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Geschichte Penig
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Chronik 135 Jahre Freiwillige Feuerwehr Penig, 1996

Dieter Richter im März 1996
Vorwort des Bürgermeisters der Stadt Penig zur Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Penig aus Anlass der 135-Jahr-Feier im Jahre 1996

In diesem Jahr besteht unsere Freiwillige Feuerwehr 135 Jahre. Aus diesem Grund gratulieren wir hiermit allen Kameradinnen und Kameraden auf das herzlichste.

135 Jahre Freiwillige Feuerwehr Penig

  • das sind viele Generationen von Frauen und Männern, die stets ihre persönlichen Belange zurückstellten, um Menschen und Sachwerte vor Bränden zu schützen, Brände wirksam zu bekämpfen und Hilfe bei Unglücksfällen oder Notständen zu leisten.

135 Jahre Freiwillige Feuerwehr Penig

  • das sind auch unzählige Stunden, welche die Kameradinnen und Kameraden für das Gemeinwohl der Stadt Penig und ihrer Bürger opferten.

135 Jahre Freiwillige Feuerwehr Penig

  • das sind nicht zuletzt Mut und Einsatzbereitschaft der Kameradinnen und Kameraden bei Not- und Katastrophenfällen, bei denen sie ihr Wissen und Können, das sie sich in zahlreichen Alarmübungen und Schulungen angeeignet haben, umsetzten.

Nach wie vor ist die Freiwillige Feuerwehr ein wichtiger Partner bei der Abwehr und Beseitigung von Gefahren, auch wenn heute mehr und mehr andere Aufgaben der Hilfeleistung als früher in den Vordergrund rücken.

Ich hoffe, dass die vorbildliche Arbeit unserer Kameradinnen und Kameraden viele Jugendliche anspornen wird, in den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr Penig Dienst zu tun.

Unseren Kameradinnen und Kameraden wünsche ich für die Zukunft viel Kraft, um die Aufgaben der Feuerwehr zu bewältigen, sowie Gesundheit und Wohlergehen.

Bürgermeister
Thomas Eulenberger
Penig, im August 1996

Geschichtliches zum Löschwesen

Die ältesten Spuren eines geordneten Löschdienstes reichen bis in das zweite Jahrtausend v.Chr. zurück. Rom besaß unter Kaiser Augustus, neben einigen Privatfeuerwehren, eine Kaiserliche Berufsfeuerwehr von 700 Mann (cohortes vigilum).
In Deutschland finden sich erst im 13. Jahrhundert Anfänge von Feuerlöschordnungen. Seitdem lassen sich vier Perioden unterscheiden: die erste reicht bis zur Erfindung und Einführung der Feuerspritze im 15. Jahrhundert; die zweite bis zu den 3 Erfindungen des Holländers van der Heydens 1655 in Amsterdam: Druckschlauch, Saugschlauch und Windkessel; die dritte Periode endet 1841 mit der Gründung der ersten (freiwilligen) Feuerwehr in Meißen. Die vierte Periode begann im Jahre 1846 mit den ersten militärisch organisierten Löschkorps, das als Feuerwehr, oder besser als Pflichtfeuerwehr, bezeichnet werden kann.

Schon vor über 500 Jahren werden in unserer Stadt vorbeugende Maßnahmen gegen Feuergefahr angeordnet. Im PRIVILEGIUM DES RATES DER STADT DURCH DIE BURGGRAFEN VON LEISNIG (Regierungszeit 1329 - 1538) vom Jahre 1485 heißt es u.a.: „Wann awer Fewer ausqweme (ausbricht), oder wer nich Wasser für seyner Thüre hat, denselbigen solle der Radt nach alder Gewohnheyt straffen, behalten doch vnsere sunderliche Strafung vber selbigen, wu das Fewer ausqweme …”
Die größten Feuersbrünste in der Geschichte unserer Stadt gab es 1459, 1538, 1632, 1711, 1748 und 1823. Beim Stadtbrand vom 30.06.1711, entstanden durch Leichtsinn einer Dienstmagd im Schloß, fielen beide Schlösser, das Rathaus, die Mühlengasse (heute Schlossstrasse), der Topfanger sowie weite Teile der Innenstadt zum Opfer. Welch grausam-kuriose Duplizität der Ereignisse, als auf den Tag genau nach 37 Jahren, am 30. 06. 1748, die Stadt erneut eingeäschert wird. In nur zwei Stunden werden 166 Häuser ein Raub der Flammen.
Und wohl eine der tragischsten Feuersbrünste der näheren Umgebung im vorigen Jahrhundert geschieht am 05.07.1827 im 10 km westlich von Penig gelegenen Meusdorf. Innerhalb weniger Stunden brennt das Dorf bis auf die Grundmauern nieder. Verschont bleiben ein Wohnhaus und drei Katen. Brandursache: die Bauersfrau Johanna Teichmann bereitet das Mittagessen, der über dem offenen Herdfeuer gebratene Speck fängt Feuer, durch die weite Esse fliegen die glühenden Funken hoch in das Strohdach, das sofort lichterloh brennt. Das Dorf selbst ist nahezu menschenleer, ein Teil der Bewohner befindet sich im benachbartem Sahliser Rittergut zur Ernte, viele Meusdorfer sind an diesem Samstag zum Peniger Viehmarkt gefahren. Alle stehen vor einem Nichts, die vermeintliche Brandstifterin kann die peinigende Selbstanklage nicht überwinden, sie stürzt sich in die Tiefe ihres Hofbrunnens und findet dabei den Tod.

Dies alles mag Anlass gegeben haben, dass weitblickende Lokalpolitiker auch in unserer Stadt eine Wehr gegen Feuer ins Leben rufen.

Schutz vor Feuer

Am 25.11.1670 erlässt Wolf-Heinrich von Schönburg, Herr zu Penig eine „Feuer-Verordnung” zum Schutz von Heim, Haus und Mensch. Darin wird u.a. darauf hingewiesen, nur mit sicheren Laternen in die Ställe zu gehen, nicht mit offenem Lichte die Böden zu betreten, Reisig nicht an feuergefährlichen Orten abzulegen und Feueressen fleißig zu kehren. Auch wird festgelegt, im Falle eines Feuers hat jeder Hausbesitzer unverzüglich zum Brandort zu laufen um dort löschen zu helfen. Wassereimer, Feuerhaken und Leitern sollen immer griffbereit stehen. Besonders wird auf die Gefährlichkeit hingewiesen, die von den Töpfern ausgeht. Nachts wird das Topfbrennen gänzlich untersagt. Aus Sicherheitsgründen mussten sich die Töpfer ohnehin außerhalb der Stadtmauern ansiedeln. Ihr Standort „Topfanger” ist heute noch bekannt, er lag oberhalb des Chemnitzer Tores.
Bei einer am 28.07.1719 durchgeführten Inventur bestehen die Löschgeräte aus einer hölzernen Spritze, einer kleinen Spritze, 42 Ledereimern, 6 Sturm- und Feuerleitern, 5 Schleifen mit Sturmfässern und 6 mit Wasser gefüllten Zubern. Um bei Feuerausbruch Alarm schlagen zu können, schenkt Graf August von Schönburg 1720 den Stadt eine Feuertrommel.
Im Jahre 1823 wird eine vom Rat der Stadt erlassene, neu aufgestellte „Feuer-Ordnung” durch die Königliche Amtshauptmannschaft Chemnitz genehmigt, jedoch festgestellt, dass die Löscheinrichtungen viel zu wünschen übrig lassen. Deshalb macht der Herausgeber des „Peniger Wochenblattes” Wagner dem Rat der Stadt eine Reihe von Vorschlägen zur Aufstellung einer „Feuerlösch- und Rettungskompanie”. In einer Bürgerversammlung, die am 10.07.1827, eine knappe Woche nach dem verheerenden Brand von Meusdorf, stattfindet, lenken die Stadträte angesichts der höchst mangelhaften und unvollkommenen Löscheinrichtungen auf Wagners Vorschlag von 1826 ein. Es werden drei Abteilungen zur Brandbekämpfung aufgestellt: Der Abteilung I obliegt das Einreißen der dem Feuer nahen und bedrohten Gebäude. Sie wird mit Reißhaken ausgestattet und erhält Schutzanzüge mit Blechhelmen und Nackenleder. Die Abteilung II hat den Löschvorgang zu leiten und für die Aufrechterhaltung der Ordnung am Brandplatz zu sorgen. Die Abteilung III hat Mobilien zu retten, zu bergen und in Sicherheit zu bringen. Diese Truppe ist mit Armbinden gekennzeichnet. Bereits am 28.07.1827 kann die Abteilung III berichten, dass die Rettungsplätze eingeteilt sind und zur Unterstützung der Bewachung geretteter Dinge 4 Unteroffiziere und 24 Schützen der hiesigen Schützengilde gewonnen worden sind.
Das über diese Feuerlösch- und Rettungskompanie aufgestellte Statut wird 1834 endgültig von der Regierung genehmigt.
Im März 1828 sind von der Abteilung II die Plätze bestimmt, wo die Sturmfässer aufgestellt werden: je zwei am Röhrbottich in der Brückengasse, am Röhrbottich in der Mandelgasse und am Braubottich. Diese Abteilung sorgt auch dafür, dass immer 1 - 2 Zentner gestoßener Alaun im Rathaus bereit liegt, der dem Löschwasserzugesetzt wird.
Die ständige Entwicklung und flächenmäßige Vergrößerung der Stadt stellt immer neue, immer höhere Anforderungen an das Löschwesen, so dass sich schließlich 1846 die Stadtverordneten ernstlich mit diesem Problem zu beschäftigen haben. Ein am 11.09.1848 verfügter Entwurf sieht letztlich vor, die Freischar der hiesigen Kommunalgarde mit der Lösch- und Rettungskompanie zu vereinigen. Die Zahl der Mitglieder jedoch nimmt ständig weiter ab, so dass sich der Rat der Stadt gezwungen sieht, Bürger der Stadt Penig mehrfach in öffentlichen Aufrufen dazu aufzufordern, dieser wichtigen Kompanie beizutreten.
Um einen weiteren Verfall zu begegnen, bildet Penig schließlich im Jahre 1858 nach dem verheerenden Sommerhochwasser der Mulde mit Zinnberg, Tauscha, Dittmannsdorf und Chursdorf einen sogenannten „Feuerpolizei-Komissariats-Distrikt”, deren erster Kommissar der Peniger Amtszimmermeister Zschunke wird. Diese Organisation gegen Feuer und andere Katastrophen führt 1860 in Penig u.a. Kontrollen der Feuerungsanlagen, der Löschgeräte usw. durch. Festgelegt wird, dass jeder Hausbesitzer mindestens einen brauchbaren Löscheimer und eine funktionierende Laterne vorzuweisen hat.

Die Gründung der „Turnerfeuerwehr”

Am 15.05.1861 stellt der Rechtsanwalt Dr. jur. Ernst Magnus Meischner (1821 - 1892) in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des 1844 gegründeten „Peniger Turnvereins”, den Antrag auf Gründung einer „Turnerfeuerwehr”, wie sie anderorts bereits üblich waren. Der von Meischner gestellte Antrag, Meischner war zu dieser Zeit Stadtverordnetenvorsteher, wird schnell angenommen, denn am Abend des Tages der Antragstellung bricht ein Feuer aus, durch welches die Schimpf'sche Druckerei niederbrennt. Bereits am 24.10. des gleichen Jahres steht die Turnerfeuerwehr, die aus 70 aktiven Turnern besteht, mit einer Lösch-, einer Steiger- und einer Rettungsschar bereit. Nur wenige Tage vorher, am 20.10.1861, musste die Turnerfeuerwehr bei einem Brand in der Wolldruckerei erstmals eingreifen.
Für 237 Taler werden Löschgeräte und Zubehör angeschafft. Die Kleidung der Turnerfeuerwehr besteht aus der eigentlichen Turnerkleidung, grober Leinenjacke, Leinenhose, dazu der bekannte Turnerhut.
Am 27.07.1862 muss die Turnerfeuerwehr ihre erste große Bewährungsprobe bestehen, im Stadtteil Altpenig legt ein Großfeuer 5 Wohnhäuser in Schutt und Asche, ein sechstes Wohnhaus muss abgerissen werden. Elf Familie verlieren ihr Dach über dem Kopf. Ebenfalls ein ziemlicher Großbrand wird 1869 verzeichnet, wo drei mit Erntegut gefüllte Scheunen in Flammen aufgehen. Das Bestehen der „Peniger Turnerfeuerwehr” wird am 25.09.1862 gesetzlich begründet. Neben Meischner engagiert sich auch der Bürgermeister Klotz, vom 01.07.1862 bis 24.09.1873 im Amt, für die Turnerfeuerwehr. Eine seiner ersten Amtshandlungen besteht darin, eine neue „Feuerlösch-Ordnung” für die Stadt Penig aufzustellen. Über zehn Jahre lang wirkt die Turnerfeuerwehr zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger, dann setzt, bedingt durch Mitgliederschwund im Turnverein, eine Rückbildung ein, die eine ordentliche Arbeit nicht mehr garantiert.

Die Freiwillige Feuerwehr (FFW)

I. Abschnitt - Von der Gründung bis zum Ende des I. Weltkrieges

Da nur Turner der Turnerfeuerwehr angehören können und im Verein das Turnen in den zurückliegenden Jahren nachgelassen hat, wirkt sich das auch auf die Turnerfeuerwehr aus, es fehlt an Leuten.
Am 18.08.1873 wird deshalb ein Aufruf erlassen, die bisherige Turnerfeuerwehr in eine Freiwillige Feuerwehr umzuwandeln, der dann auch Nichtturner angehören können. So kommt es bereits fünf Tage nach diesem Aufruf, am 23.08.1873, zu einer öffentlichen Versammlung, in der die Auflösung der seit 1861 bestehenden Turnerfeuerwehr und die Bildung einer „Freiwilligen Feuerwehr” beschlossen wird. Dieser 23. August 1873 ist somit der Gründungstag der FFW Penig! Spontan treten am Gründungstag 50 Bürger der neuen Wehr bei. Oberanführer wird der Stadtrat und Klempnermeister Emil Viehweg, als sein Stellvertreter wird Dr. Meischner gewählt, der bereits von 1861 bis 1865 der Turnerfeuerwehr vorstand. Von Meischner ging auch die Initiative der Umstellung auf die freiwillige Wehr aus. Er kann damit als Gründer der FFW Penig bezeichnet werden. Zu Ehren Meischners trägt eine Straße unserer Stadt seit 1926 seinen Namen.
Das Grundgesetz für die FFW Penig wird am 10.09.1873 überreicht und erhält am 22.10.1873 die Ratsgenehmigung. Ein neues Grundgesetz wird am 17.03.1875 vorgelegt und am 17.07.1875 bestätigt.
Die Gerätschaften der Turnerfeuerwehr gehen an die FFW über.

Nach einer Aufstellung vom Jahre 1877 besteht das Inventar aus:

  • zwei zweirädrigen Abprotzspritzen
  • einer vierrädrigen Abprotzspritze
  • zwei Schaufeln
  • drei älteren Spritzen, davon eine mit Sauger
  • einer großen Säge
  • vier zweiholmigen Steigerleitern
  • einer Hacke und einem Spaten
  • 500 Meter Schlauch und ein Seil
  • Feuerleitern
  • einem Gerätewagen
  • einer Schlauchbrücke
  • einer Stützenschieberleiter
  • 13 Steigerzeugen
  • 14 Laternen
  • 17 Äxten
  • 66 Feuereimern
  • 14 Rettungskörben
  • 2 Rettungssäcken
  • 1 Hydranten
  • 1 Hydronette

Weiterhin gehörten zur Ausrüstung der Feuerwehrmannschaft:

  • 106 schwarze Lederhelme
  • 108 graue Trillblusen
  • 10 Stoffblusen
  • 100 Tuchjoppen
  • 70 Dienstmützen
  • 15 Ledergürtel

Große Teile der Ausrüstung werden aus eigenen Mitteln angeschafft.

An Steuern werden pro Woche 5 Pfennig festgesetzt, während ein Einschreibgeld von 50 Pfennig erst ab 01.09.1873 zur Erhebung kommt. Die Strafgelder nominiert man von 5 Pfennig nach dem Verlesen, 10 Pfennig nach dem Ausrücken und 50 Pfennig beim Ausbleiben ohne genügend Entschuldigung. Die Steuer für aktive Mitglieder wird 1877 auf 10 Pfennig erhöht.
Am 07.11.1873 rückt die FFW zum ersten Großeinsatz aus. Am Scheunenplan ist Feuer ausgebrochen und trotz Hilfe, auch durch andere Wehren, gelingt es nicht, dem Feuer Herr zu werden. 28 mit Erntegut gefüllte Scheunen brennen nieder! Bereits drei Tage später, am 10.11., brennt wiederum eine Erntescheune vollständig ab.
Am 22.03.1874 kommt es für die FFW zum dritten Großeinsatz. Diesmal entsteht ein Schadenfeuer in der Mühlgasse (heute Flinschstrasse), dem fünf Wohnhäuser zum Opfer fallen. Mit Hilfe auswärtiger Wehren wird ein Ausbreiten des Feuers auf weitere Wohnhäuser verhindert.
Am 02.08.1874 findet in Penig die 7. Versammlung des Bezirksfeuerwehrverbandes Chemnitz statt. 1037 Feuerwehrmänner, die 36 Wehren aus 31 Orten vertreten, nehmen daran teil, darunter die FFW Penig.
Am 23.11.1875 werden 300 Mark zur Anschaffung eines Requisitenwagens, sowie zur Errichtung des Steigerhauses bewilligt. Dieser dreietagige Turm wird 1878 erbaut und am 22.06.1979 in Betrieb genommen. Er fällt am 29.04.1888 einem orkanartigen Sturm zum Opfer und wird erst 1891 an anderer Stelle neu aufgebaut.
Am 18.09.1881 findet durch den Chemnitzer Bezirks-Feuerwehrverband eine Inspektion der FFW Penig auf dem Markt statt, bei der der Chemnitzer städtische Branddirektor Weigand dieser wackeren Truppe ein hohes Lob ausspricht. Am 31.12.1881 besteht die FFW Penig aus 1 Oberanführer, 1 Stellvertreter, 6 Signalisten, 13 Steigern, 17 Pionieren und 64 Spritzenleuten, zusammen 102 aktive Mitglieder, zu denen 60 passive Mitglieder hinzukommen.
1886 ist das 25. Jubiläumsjahr der Gründung der Turnerfeuerwehr.
Zwischen 1873 und 1879 kommt es in der Stadt zu 12 Bränden mit einem Immobiliar-Brandschaden von 60.262 Mark. Von 1879 bis 1895 kommt es zu keinen nennenswerten Bränden. 1882 wird der FFW eine 14 Meter lange Schiebeleiter übergeben. Eine enorme Erhöhung der Schlagkraft der FFW bringt die Ende 1891 fertiggestellte Hochdruckwasserleitung. Es stehen nunmehr 50 angeschlossene Überflurhydranten zur Verfügung.
Im Jahre 1894 befinden sich die Löschgeräte im Spritzenhaus des städtischen Grundstückes Nr. 244 Abt. B Brandkataster (1), eine Spritzenstation befindet sich bis Ende 1895 im städtischen Grundstück Nr. 119 Abt. A Brandkataster (2). Die Wehrstärke beträgt 1894 1 Hauptmann, 1 Feldwebel, 16 Steiger, 16 Pioniere, 16 Schlauchmannschaften, 32 Druckmannschaften und 9 Signalisten. Hauptmann ist der Malermeister Dehnert.
Es finden 1894 14 Gesamtübungen und 9 Zugübungen statt. Es gibt innerhalb der Stadt keine Brände. 1895 finden 13 Gesamtübungen, 2 Steiger- und 2 Spritzenübungen statt. Innerhalb des Ortes geschehen 2 Brände. Sechs Mitglieder der FFW Penig erhalten das 1895 gestiftete „Königliche Ehrenzeichen für Mitglieder der Feuerwehren”.
Eine hervorragende Neuerung in Bezug auf das Feuerlöschwesen ist 1894 mit der Einrichtung einer Fernsprechleitung und der Installierung von Fernsprechern an verschiedenen Punkten der Stadt geschaffen worden.
Die Stadt und die Herrschaft Penig bilden einen „Feuerlöschverband”, nach diesen hat die Stadt bei Feuergefahr im Gutsbezirk Hilfe zu leisten.
Im September 1895 kommt es zu einem großen Feldscheunenbrand in der Leipziger Straße. Dabei müssen vor allem das in der Nähe liegende Sägewerk und dessen riesige Holzvorräte geschützt werden. 1896 wird ein Fond für verunglückte Feuerwehrmänner gebildet und eine 18 Meter lange Balanceleiter angeschafft.
Im Mai 1897 kommt es durch Kinderhände zu einem Wohnungsbrand in der Neugasse. Der Täter, der am nächsten Tag erneut Feuer legen will, wird gestellt.
Vom 30.07. bis 01.08.1898 feiert die reorganisierte FFW Penig ihr 25-jähriges Jubiläum. Da besitzt sie folgende Gerätschaften und Requisiten:

  • eine 4-rädrige Abprotzspritze mit Sauger
  • eine 2-rädrige Abprotzspritze mit Sauger
  • einen Requisitenwagen mit 6 zweiholmigen Steigerleitern
  • zwei Dachleitern
  • ein Rettungsapparat
  • eine Schlauchbrücke
  • Hacken, Schaufeln, Spaten, Äxte, Sägen
  • eine Balanceleiter, 18 Meter lang
  • zwei Schlauchwagen mit 100 Meter Schlauch
  • einen Gerätewagen
  • ein Rutschtuch
  • 14 Steigerausrüstungen
  • 16 Pionierausrüstungen
  • 117 Lederhelme u.v.a.m.

Kurz nach der Jahrhundertwende wird das heutige Spritzenhaus in Betrieb genommen. Im Jahre 1907 kommt es zu einem Dachstuhlbrand, bei dem ein Kind ums Leben kommt. 1908 hat die FFW einen Großeinsatz in der Engen Gasse. Nach einem Unwetter bringen hereinflutende Wasser- und Schlammassen die Bewohner in Bedrängnis.
Im Jahre 1910 kommt es zu zwei größeren Bränden: in der Nacht zum 01.06. brennen Stallgebäude und Scheune der Firma Schreiber. Und da den Bewohnern „Brandbriefe” zugestellt werden, muss die FFW drei Nächte lang Sicherheitswachen aufstellen. Vier Tage später, am 05.06., brennt in der Engen Gasse der Dachstuhl eines Wohnhauses. Es liegt Brandstiftung vor!
1911 ist das 50. Gründungsjahr der Turnerfeuerwehr. Es finden Festveranstaltungen, Schauübungen, ein historischer Festumzug, Ehrungen und ein „Großer Feuerwehr-Festball” im Schützenhaus statt.
Der 1914 ausgebrochene 1. Weltkrieg bringt für die FFW gravierende Maßnahmen und Veränderungen mit sich. Trotzdem wird bei einer Inspektion, die am 06.10.1914 durchgeführt wird, „die Ausbildung als recht gut, die Geräte als reichlich vorhanden und diensttauglich” eingestuft.
Angesichts der schweren Ernährungslage wird ab 1915 die Freiwillige Feuerwehr zur Bewachung von Scheunen, Mieten und Strohfeimen eingesetzt. Kriegsbedingt schrumpft die FFW Penig auf 40 Mann zusammen. Man kommt nicht drum herum, nunmehr die im Herbst 1914 gebildete Jugendwehr in das Löschwesen zu integrieren.
In den Jahren 1917/1918 werden in allen Rüstungsbetrieben der Stadt sowohl Brandschutzbestimmungen als auch das Rauchverbot verschärft.
Und als 1918 der unselige Krieg zu Ende ist, sind auch Angehörige der FFW Penig unter den Opfern, die für Kaiser, Gott und Vaterland „auf dem Feld der Ehre den Heldentod” gestorben sind!

II. Abschnitt - Von 1919 bis zum Ende des 2. Weltkrieges

Im Jahresbericht der FFW Penig für das Jahr 1919 heißt es: „Leider war unserem Vaterlande nach all seinen großen Opfern an Gut und Blut nur ein Schmachfriede schlimmster Art beschieden, dessen Folgen in wahrer Gestalt sich noch gar nicht absehen lassen.”
Die Mannschaftsstärke ist wieder auf 117 Mitglieder angewachsen, für die Wehrleute beginnt eine Zeit, die sie wieder an die alten Traditionen anknüpfen lässt, bereit zu sein, den Mitmenschen zu helfen.
Der erste große Brand nach dem Krieg bricht am 19.01.1920 aus, im damals noch eigenständigen Dittmannsdorf brennt ein Bauerngut. Vereint mit den Wehren der Papierfabrik und der Dittmannsdorfer Feuerwehr gelingt es, das Feuer auf seinen Herd einzuschränken.
1922 wird die erste Feueralarmsirene in Betrieb genommen, bisher erfolgte die Alarmierung mittels Dampfpfeifen und Hornsignalen.
Die Inflation bringt es mit sich, dass es nicht möglich ist, die Feuerwehr modern auszurüsten. Aus dem Jahresbericht von 1924 geht hervor, dass trotz aller Missstände das ganze Jahr über diszipliniert geübt und bei der Überprüfung der FFW eine hohe Einsatzbereitschaft bescheinigt wird.
Im Jahre 1925 wird eine Flader-Motorspritze in Betrieb genommen und eine weitere Motorsirene eingebaut. Auch ein kurioser Einsatz ist aus dem Jahr 1925 erhalten: in der Nacht vom 27.01. zum 28.01.1925 besetzt eine große Zigeunergruppe den Schützenhausplatz. Um die Einwohner vor Diebstählen zu schützen, müssen 6 Wehrleute in dieser Nacht gemeinsam mit der Schutzpolizei auf dem Schützenhausplatz Sicherheitswachen verrichten. Und als am Mittag des 28.01. die Zigeuner der Aufforderung die Stadt zu verlassen, nicht nachkommen, sich provokatorisch weigern, greift Löschzugführer Schadowsky mit einigen mutigen Kameraden ein, um die ungebetenen Gäste „davon zu duschen”. Vor dem eiskalten Wasserstrahl sind die Wegelagerer dann tatsächlich ausgerissen.
Vom 24.-26.07.1925 findet in Penig der Kreisfeuerwehrtag statt, bei dem 180 Wehren vertreten sind. Ein Festumzug mit über 2000 Feuerwehrleuten bildet den Abschluss dieser drei Tage.
Im Januar 1927 zeigt sich bei einem Brand im Grundstück der Firma Vogel, Chemnitzer Str. 84, dass der Wasserdruck wieder einmal viel zu gering ist, um Feuer wirksam bekämpfen zu können. Noch im selben Jahr wird deshalb eine neue Flader-Motorspritze in Betrieb genommen, die eine Leistung von 500 l Wasserbeschaffung besitzt.
Bei einer Überprüfung der Feuerwehr im Juni 1927, bei der 111 Wehrleute antreten, wird für die gezeigte Leistung die Note „sehr gut” verliehen.
Mit dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise wird die Lage der Feuerwehr kompliziert, da der Stadt jegliche Mittel zur Erneuerung des Gerätebestandes fehlen.
Am 11.06.1929 kommt es in der Mandelgasse zu einem Dachstuhlbrand. Das Jahr 1931 beginnt mit einer Beschwerde der Anwohner im Grundstück Spritzenhof wegen nächtlicher Ruhestörung durch die Feuerwehr. Im Jahresbericht von 1931 heißt es: „Die Wirtschaftskrise und die damit verbundene Arbeitslosigkeit stieg ins Unendliche und hat so manchen von uns Kummer und Sorge bereitet.” So können 1932 angesichts der Notlage ganze 150 Meter Schlauch neu angeschafft werden.
Mit der Errichtung der nationalsozialistischen Regierung im Januar 1933 beginnt auch für die FFW Penig eine neue schwierige Zeit. Feuerwehrleute müssen ihre arische Abstammung nachweisen.
Am 14.06.1933 brennt das ehemalige Arbeiterturnheim am städtischen Sportplatz Tauschaer Weg nieder. Im Nachhinein stellt sich Brandstiftung durch Angehörige der SA heraus.
Im Jahre 1934 erhält die FFW ihren ersten motorisierten Mannschaftswagen mit Ausrüstung. Von der Stadt werden neue Helme gekauft und die seit 1870 benutzten Helme ausrangiert.
Im Jahre 1937 werden mehrere Brände mit dem Minimax-Löscher bekämpft, darunter ein Dachstuhlbrand in der Lutherstraße 4.
Im Jahre 1938 wird durch eine Reichsgesetzregelung das „Gesetz über das Feuerlöschwesen” verordnet. Auch wird in diesem Jahr eine „Hitlerjugendfeuerwehr/” aufgestellt.
Im Jahre 1940 werden in der Liste 70 Feuerwehrmänner geführt, die als Hilfspolizeibeamte eingesetzt werden können. Die Schutzpolizei wird von 22 Uhr bis 6 Uhr von einem Feuerwehrmann verstärkt, der dafür keine Vergütung erhält. Vom 24.07. bis 31.12.1940 haben 40 Wehrmänner 160 Wachen geleistet. Im Oktober 1940 kommt es zu einem Schadenfeuer im Grundstück Gehrt, Uhlandstraße, bei der 10 Wehrleute mehrere Tage Brandwache stehen müssen.
Die Zahl der Feuerwehrmitglieder ist in den Jahren ab 1936 ständig zurückgegangen, ohne dass in den Jahresberichten darüber stichhaltige Begründungen genannt werden. Meist tauchen ungenaue Formulierungen auf.
Im Sommer 1942 bringt ein schweres Unwetter das Gasthaus „Grüne Linde” in Gefahr. Im Kuhstall und den anderen Räumen findet die Feuerwehr einen Wasserstand von 1 Meter und zentnerweise Feldschlamm.
Als in den Mittagsstunden eines Sommertages 1943 die riesige Feldscheune des Landwirtschaftsbetriebes Fueß an der Leipziger Straße in Flammen steht, stellt akuter Treibstoffmangel den Einsatz der Feuerwehr in Frage.
Notdienstverpflichtungen, Arbeitseinsätze von Wehrmännern nach dem Osten, nachbarschaftliche Hilfe, die bis zum Marschbefehl der Löschgruppe Luftschutzdienst nach Chemnitz führt, kennzeichnen die Lage der in der Heimat verbliebenen Kameraden der Peniger Feuerwehr in den letzten Kriegsmonaten. Mit der Meldung aller männlichen Personen der Freiwilligen Feuerwehr zum 1. Aufgebot des Volkssturmes am 06.02.1945 geht ein trauriges Kapitel Feuerwehrgeschichte zu Ende. Dreizehn Wochen nach dieser Meldepflicht geht der 2. Weltkrieg zu Ende, alles in Deutschland liegt am Boden, auch die Peniger Freiwillige Feuerwehr.

III. Abschnitt - Vom Jahre 1945 bis zur 100-Jahrfeier 1961

Die schweren Nachkriegsjahre folgen, Jahre voller Not und Entbehrungen. Die Feuerwehr muss total von vorn anfangen, ein Neuaufbau macht sich erforderlich.
Erster Nachkriegswehrleiter wird Walter Müller, der das schwere Amt bis 1948 innehat. Im Jahr 1947 wird die FFW in die örtliche Selbstverwaltung der Stadt überführt. Sie untersteht nunmehr dem Bürgermeister als Verantwortlichem. Zu dieser Zeit ist das Gustav Weigand. Es erfolgt die Bildung eines Kreisbrandschutzamtes.
Zu den wichtigsten Arbeiten jener Zeit gehört die Instandsetzung des Gerätehauses. Im Oktober 1948 steht die Sirene wieder als Feueralarmeinrichtung zur Verfügung. Jahrelang diente sie dazu, die Menschen vor Fliegeralarmen zu warnen.
Im Jahr 1948 übernimmt Hans Schönfeld die Wehrleitung. Als Fahrer des Löschfahrzeuges passiert ihm am 11.09.1955 ein Missgeschick. Während eines Einsatzes verfehlt er, aus der Leipziger Straße kommend, die Einfahrt in die Muldenbrücke und rast in voller Fahrt in das rechtsseitige Brückengeländer. Der umgefahrene Laternenmast mindert die Wucht des Aufpralls und verhindert einen Absturz in die Tiefe der Untermulde. Schönfeld tritt 1955 zurück.
Ansonsten gibt es für die folgenden Jahre relativ wenig über das Feuerlöschwesen zu berichten. Innerhalb der Wehr gibt es personelle Probleme, Schwierigkeiten mit der Besetzung der führenden Position. In einem sogenannten NAW-Einsatz wird 1953 der Löschteich im Ortsteil Dittmannsdorf von den Kameraden in Ordnung gebracht.
Den wohl härtesten Einsatz des Jahrhunderts erleben die Mannen um Hans Schönfeld beim Jahrhunderthochwasser im Juli 1954. Nach tagelangem pausenlosen Dauerregen steigt der Pegel der Mulde auf über fünf Meter an. Ab Nachmittag des 09.07., einem Freitag gibt es Katastrophenalarm. Beim Abschweißen der Brückengeländer in den frühen Morgenstunden des 10.07. schwappen die Wellenkämme bis auf die Brücke hoch, der Wasserstand ist knapp sechs Meter!
Im heroischen Kampf um das Leben ihrer Mitbürger werden die Feuerwehrmänner unter Einsatz ihres eigenen Lebens zu den Helden dieser Tage. Unauslöschlich sind ihre Taten im Buch unserer Stadtgeschichte eingetragen!
Zum Hauptrettungsgebiet wird dabei die Lunzenauer Straße, wo sich wohl die bewegensten Szenen abspielen. Dort, wo die Straße sehr tief liegt, zwischen der Fleischerei Steinert und der Firma Skunde, ist die Gefahr am Größten. Dort kommt es dann auch fast zum tragischen Unfall, als sich der Bergungskahn losreißt und mit den Fluten fortgespült wird. Doch Glück im Unglück: der Koloss bleibt am Hoftor des Grundstückes Skunde hängen, an den Zaunslatten retten sich die Wehrmänner zurück. Seite an Seite mit 40 Armeeangehörigen und etwa ebensoviel Polizisten und vielen Helfern aus der Stadt sind die Männer 32 Stunden im Einsatz. Todmüde, erschöpft und abgekämpft stehen sie im Kampf gegen die Naturgewalten, an Schlaf denkt da wohl keiner!
Am 11.07. ist die Flut zurückgegangen, am darauffolgenden 12.07. offenbart sich das ganze Ausmaß der Katastrophe: Schlammchaos und Zerstörungen durch die enormen Wassergewalten. Im verein mit der Feuerwehr der Papierfabrik gehen nun die Aufräumarbeiten los. 82 Wohnhäuser wurden geräumt, 210 Familien mit 562 Personen sind evakuiert worden. Die Taten der FFW Penig bleiben unvergessen, durch Umsicht und Besonnenheit und übermenschlichen Einsatz haben sie keinen geringen Anteil daran, dass es keine Menschenleben zu beklagen gibt!
Im Jahr 1955 übernimmt der Elektromeister Albert Berndt die Leitung der Wehr, der 1956 38 Personen angehören. Diese Zahl steigt 1957 auf 45 an.
Für ein Jahr, von 1957 bis 1958, wird Heinz Lindenhayn als Wehrleiter tätig, der von dem Dittmannsdorfer Feuerwehrmann Max Pester abgelöst wird, der die Funktion bis 1959 ausübt.
Im August 1958 verlangen Sturmschäden und schwere Gewitter von 22 Mannen der Wehr vollen Einsatz bei der Räumung von umgeknickten Bäumen auf den Straßen. Im Jahre 1959 muss die Wehr 23kleinere und größere Brände löschen, hinzu kommen 19 Bahndamm- bzw. Waldbrände. Pester, der am 16.10.1959 61 Jahre alt geworden und damit ältester noch aktiver Wehrmann der FFW Penig, gibt sein Amt an den jüngeren Manfred Scheibe ab, der die Geschicke der Peniger Feuerwehr bis November 1961 lenkt und leitet. Pester stirbt, fast 90 Jahre alt, am 24.08.1988.
Am 06.11.1961 erhält der damals junge Feuerwehrmann Jochen Sparschuh das Vertrauen seiner Kameraden, die FFW Penig zu übernehmen. Wohl keiner hätte damals daran geglaubt, dass Sparschuh fast 35 Jahre später, im März 1996, als diese Zeilen geschrieben werden, noch immer der Peniger Freiwilligen Feuerwehr als deren Leiter zur Verfügung steht!!!
Durch Funkenflug der Muldentalbahn kommt es ständig zu Waldbränden. Im Frühjahr 1960 ist es besonders schlimm. Der Wald ist ausgetrocknet, es gibt dreiundzwanzigmal Feueralarm, an manchen Tagen brennt der Wald gleich mehrmals an.
Ausgelöst durch Kinderhände brennt am 12.04.1960 an der Reitzenhainer Straße eine Scheune nieder. Weitere Einsätze sind in diesen Jahren 1960/61 ein Brand in der Emaillierfabrik von Vieweg & Foerster, Leipziger Straße; ein Dachstuhlbrand, Brückenstraße 24; ein Scheunenbrand in Markersdorf, der Brand eines Bauerngutes in Tauscha, sowie ein Wohnhausbrand, Thierbacher Straße 18, im „Stadtgut”.
Am 08. und 09. Juli 1961 begeht die Freiwillige Feuerwehr Penig ihr 100-jähriges Jubiläum, ausgegangen von der Gründung der Turnerfeuerwehr im Jahre 1861. Wie üblich, feiert die engagierte Peniger Wehr mit den Bürgern ihrer Heimatstadt, 1961 übrigens bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen, so dass auch an den beiden Festtagen „gelöscht” werden musste, nämlich der Durst!
Am beeindruckendsten als Darbietung war wohl die große Schauübung am Vormittag des 09. Juli, die hunderte begeisterte Zuschauer anlockt.

IV. Abschnitt - Von 1961 bis zur 125-Jahrfeier 1986

Im Jahr 1967 kommt es zur Bildung einer weiblichen Löschgruppe, bestehend aus 9 Kameradinnen. Diese Neuheit der 106 Jahre alten Peniger Feuerwehr wird in die FFW eingegliedert. Von manchen Zeitgenossen belächelt, stehen diese Frauen bald ihren „Mann”.
Im Jahre 1968 kommt es zur Bildung von zwei Arbeitsgruppen. Die 1. Gruppe unter Jochen Sparschuh ist für den tätigen Brandschutz zuständig, die 2. Gruppe für den vorbeugenden Brandschutz steht unter Leitung von Helmut Elschner. Diese Teilung der Wehr soll die Effektivität innerhalb selbiger erhöhen. Der vorbeugende Brandschutz wird so zu einem wesentlichen Teil der Arbeit der Feuerwehr. Er umfasst drei Schwerpunkte:

  1. In jedem Wohnbereich einen Brandschutzbeauftragten einsetzen.
  2. Kontrolle von Betrieben, Gaststätten, Geschäften und Wohnungen.
  3. Bildung von Arbeitsgruppen an den Schulen, um befähigte Kinder und Jugendliche als Nachwuchs für die Feuerwehr zu gewinnen.

So werden im Jahre 1970 136 Brandschutzkontrollen und 39 Nahkontrollen durchgeführt. Es finden 25 Dienste statt, an denen stets über 50 Prozent der Mitglieder teilnehmen. Neunmal findet 1970 Brandalarm statt, es werden 19 Sicherheitswachen gestellt. Die 55 Mitglieder leisten 2005 Einsatzstunden.
Im Jahre 1971 steigert sich die Dienstteilnahme auf fast 60 Prozent, doch 11 Prozent der Nichtteilnehmer fehlen unentschuldigt. Bedingt durch eine lange Hitzeperiode und anschließenden Unwettern mit Sturmschäden, wird die Feuerwehr 13mal alarmiert.
Anfang des Jahres 1974 ist ein Rückgang der Mitglieder auf 50 zu verzeichnen, wovon 13 weiblich sind. Die Sollstärke liegt bei 60 Personen! Um dieser Misere zu entgehen, um ständige Wartung und Pflege der Geräte zu gewährleisten, um immer einsatzfähig zu sein, leitet die Wehrleitung, gemeinsam mit dem Rat der Stadt, Maßnahmen ein, um neue Mitglieder zu gewinnen.
Allein zwischen dem 05.01. und 18.08.1974 geschehen sechs Brände durch Brandstiftung mit einem Gesamtschaden von 210.000 Mark. Durch ungewöhnliche Witterung mit Dauerregen führt die Mulde vom 08.-12.12.1974 starkes Hochwasser, so dass eine Hochwasserbereitschaft ihren Dienst aufnimmt. Im Laufe der Hochwassertage müssen u.a. 23 Keller ausgepumpt werden.
Im Jahre 1977 wird die Feuerwehr fünfmal zu kleinen Bränden, ohne nennenswerte Schäden, alarmiert. Ein Höhepunkt für dieses Jahr bildet die Zeit des Heimatfestes zur 750-Jahrfeier. Für die Männer der Wehr heißt das, vom 26.06. bis zum 05.07.1977 durch aktive Teilnahme zum Gelingen des Festes beizutragen. Der Einsatz ist vielseitig und nicht nur im Brandschutz. Von 40 Wehrangehörigen werden in diesen Tagen fast 1.000 Stunden geleistet!
Im Jahr 1980 wird die Feuerwehr neunzehnmal alarmiert, darunter zehnmal zu Bränden. Die wohl umfassendste Hilfeleistung in diesem Jahr macht sich in den Mittagsstunden des 16.06 notwendig, als bei einem auf der Chemnitzer Straße stadteinwärts fahrenden LKW die Bremsen versagen. Der Kraftwagen rast in das kleine Wohnhaus der Schuhmacherei Flechsig, Chemnitzer Straße 14, und durchbricht die Außenmauer. Das Haus droht einzustürzen. Durch auslaufenden Treibstoff besteht Brandgefahr, der eingeklemmte Fahrzeugführer wird geborgen.
Im Jahr 1981 gibt es zwei Großbrände in der Stadt: am 09.04. kommt es zu einem Großbrand in der Härterei des Getriebewerkes, bei dem 700 Liter Öl verbrennen und unter erschwerten Bedingungen, besonders durch große Hitze und Rauchentwicklung, gelöscht werden muss. Am 19.11. brennt es in einem Gebäude des Emaillierwerkes Uhlandstraße. Es entsteht ein hoher Brandschaden. Bei letzterem Brand sind außer der Peniger FFW auch die Wehren der Papierfabrik und der FFW Rochlitz im Einsatz.
Im Jahr 1982 sind keine nennenswerten Brände zu verzeichnen. Am 07.06. und am 21.10.1983 finden große Alarmübungen statt, letztere zusammen mit der Feuerwehr der Papierfabrik.
Im Jahr 1984 hat die FFW Penig eine Stärke von 61 Personen erreicht. 1984 ist das Jahr der „Schuttbrände” - siebenmal bricht Feuer mit z.T. gefährlicher giftiger Rauchgasentwicklung auf wilden Müllkippen aus. Am späten Abend des 16.12. kommt es zu einem Lagerschuppenbrand in der Bahnhofstraße 14. Unter erschwerten Bedingungen und mit Hilfe und Unterstützung der Papierfabrikwehr gelingt es schließlich, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Drei Kameraden ziehen sich jedoch durch Dieleneinbrüche Verletzungen zu. Ein nichtalltäglicher Einsatz geschieht auch am 19.12.. Beim Entladen von Salzsäure am Bahnhof zerspringt ein Behälter, so dass die Feuerwehr eingreifen muss, um die Säure wegzuspülen. Insgesamt rückt die Wehr 1984 zweiundzwanzigmal aus. Der Ausrüstungswert der FFW Penig bezüglich der Technik beträgt 1984 750.000 Mark. Am 17.09. erhält die FFW Penig ein dem neuesten Stand der Technik entsprechendes Löschfahrzeug vom Typ TLF 16 W 50. Im Jahre 1985 gehören der FFW Penig 63 Mitglieder an, darunter 15 weibliche. Es werden 400 Wohnungen kontrolliert, 3 Großbetriebe, 14 Handwerksbetriebe und 18 Geschäfte, alles im Bezug auf vorbeugenden Brandschutz. Beteiligt sind 30 Kameraden bzw. Kameradinnen.
Es kommt zu 16 Einsätzen. Die zwei größten Brände waren eine Brandstiftung am 15.02. im Lehrwerk des Getriebewerkes, Uhlandstraße, wobei die Duschräume und die Garderobe völlig vernichtet werden. Sachschaden: 100.000 Mark. Am 13.12. brennt ein Dachboden in der Leipziger Straße 64 a.
Den Rechenschaftsbericht für das Jahr 1985 gibt Wehrleiter Jochen Sparschuh am 21.02.1986. Im Ausblick auf das Jahr 1986 gibt es natürlich schon Vorstellungen dazu, wie festlich die FFW Penig ihr 125-jähriges Jubiläum feiern will.

V. Abschnitt - a) Die Jahre 1986 bis 1994

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Das herausragende Ereignis für die FFW Penig ist die Festwoche anlässlich ihres 125-järigen Bestehens, die vom 08. bis 14.09.1986 stattfindet.
Etwa 8.000 Besucher kommen zum Auftakt am 08./09.09. zur Ausstellung der Geräteschau am Spritzenhof Lunzenauer Straße. Die große Festsitzung mit den Stadtverordneten findet am 10.09. im Sitzungssaal des Rathauses statt. Würdigung und Festansprache nimmt Bürgermeister Gerhard Sommer vor. Es gibt zahlreiche Auszeichnungen und Beförderungen. Hervorgehoben wird die verdienstvolle Arbeit von Wehrleiter Jochen Sparschuh, Mitglied der Wehr seit 1955 und deren Leiter seit 1961. Der verdienstvolle Kamerad Max Pester, Mitglied seit 1922 und Wehrleiter 1958/59, wird mit der Ehrengabe des Rates der Stadt bedacht. Die Dankansprache hält Brandmeister Werner Leuthen. Am 11.09. findet ein großer Empfang der Gratulanten im Saal des Kulturhauses statt. 49 Delegationen überbringen ihre Glückwünsche und Blumen. Über 70 Gratulanten tragen sich ins Gästebuch ein. An diesem Tag nimmt die FFW auch ein neues Löschfahrzeug LF 16 in Empfang.
Fast 2.000 Besucher sind es, die zum „Tag der offene Tür” und zu den auf dem Beimler-Schulhof gebotenen Schauübungen kommen.
Am Abend des 13.09. geht Penigs größter Feuerwehrball über die Bühne des Kulturhauses, alle Räume sind brechend gefüllt. Glänzender Abschluss der Festwoche bilden die „Peniger Markttage” am 13./14.09. hinter dem Kulturhaus mit über 8.000 Besuchern. Im Jubiläumsjahr ist die Wehr 62 Personen stark: 48 Kameraden und 14 Kameradinnen.
Im Jahr 1987 hat sich die Wehrstärke nur geringfügig verändert, 47/14 - altersmäßiger Durchschnitt 36,4 Jahre. Von den 17 Brandeinsätzen sind zu nennen: 26.04.: Brand einer Diesellok am Schafberg; 22.08.: Dielenbrand Schenkendorfstraße 18; 11.12.: Schornsteinbrand im HO-Geschäft Brückenstraße 18. Weitere Einsätze sind die Suche mit dem Schlauchboot nach einem Kind in der Mulde vom 08.-10-08. und der Einsatz bei der Großveranstaltung „Auto-Rodeo” am 18.09. im Stadion. Es gibt in der Stadt 3690 Wohnungen, 61 Handwerksbetriebe, 17 Gaststätten, 39 Geschäfte. Im vorbeugenden Brandschutz werden 425 Wohnungen, 12 Betriebe und 6 Gaststätten kontrolliert. Stadtweit gibt es 8 Feuermeldestellen. Mit den Kontrollen erreicht die FFW Penig 45 Prozent, der Bezirkswert liegt bei 33 Prozent.
Den Auftakt für das Jahr 1988 liefert der Dachstuhlbrand am Wohnhaus Chemnitzer Straße 37 in den Abendstunden des 12. Januars. Im Einsatz sind die Wehren von Penig, Lunzenau und die Betriebsfeuerwehr der Papierfabrik. Das Haus wird 1991 abgerissen, heute befindet sich dort ein Parkplatz und Verkaufsstände.
Die Jahreshauptversammlung findet am 26.02. statt. Am 24.08. stirbt, kurz vor seinem 90. Geburtstag, Alterskamerad Max Pester.
Die politische Wende, die Zeit der gravierenden Veränderungen, vom sozialistischen Staat DDR über den Anschluss an den kapitalistischen Staat BRD zum „wiedervereinigten Deutschland” geht auch an den Kameraden der FFW Penig nicht spurlos vorüber. Es gibt viel Neues in diesem Land, u.a. auch keine Betriebsfeuerwehren mehr!
1990 gehören 42 Mitglieder der Wehr an, der Bedarf an Verjüngerungen macht sich bemerkbar. Im März besuchen der Bürgermeister der Gemeinde Lengede, Braas, und der Gemeindedirektor Marotz anlässlich eines Stadtbesuches auch das Feuerwehrdepot. Die gutgepflegten Geräte, Wert 750.000 DM, hinterlassen bei den Gästen einen guten Eindruck. 22 Einsätze stehen zu Buche.
1991 ist der 130. Jahrestag der Feuerwehr, es sind wiederum 22 Einsätze, zu denen die Wehr ausrücken muss. Nach dem „Sächsischen Brandschutzgesetz” vom 02.07.1991 obliegt die Verantwortlichkeit über die FFW durch die kommunale Selbstverwaltung nunmehr wieder beim Bürgermeister.
1992 beträgt die Wehrstärke 33 Kameraden, 3 Kameradinnen, 3 Alterskameraden und 12 Jugendliche. Aus Beständen der ehemaligen NVA erhält die FFW ein Kfz B1000 zum Einsatz für Rettungshilfen. Bei der Übergabe ist die amtierende Bürgermeisterin Pätzold zugegen. Die Wehr besitzt außerdem ein Tanklöschfahrzeug und ein Löschfahrzeug. Die Einsätze beziehen sich, wie schon 1990/91 auf Brände, Personenbergung, Sturmschäden und Hilfe bei Verkehrsunfällen.
Mit 36 Ja-Stimmen erhält Brandinspektor Jochen Sparschuh am 21.05. erneut für 5 Jahre das Vertrauen seiner Kameraden als Wehrleiter! Da Kamerad Klaus Thamhain nicht wieder als Stellvertreter kandidiert, wird Kamerad Peter Fischer in diese Funktion gewählt. Mit den Kameraden Gerd Rudloff, Roland Mühler und Andreas Eidner wird ein Feuerwehrausschuss gebildet.
Zum Tag des Kindes am 01.06. findet eine Schauübung der Jugendgruppe statt. 7 Mannschaften aus 6 Jugendfeuerwehren kämpfen um den Kreispokal. Penig, mit zwei Mannschaften vertreten, teilt sich mit Wiederau einen 2. Platz.
Vom 03.-05.09. findet in Penig der 1. Kreisfeuerwehrtag statt. Anlass ist, die Arbeit der FFW in der Bevölkerung bekannt zu machen. Es finden Fackelumzug, Lagerfeuer, Ausscheide der Jugendfeuerwehren sowie ein großer Festumzug von der Bahnhofstraße zum Sportplatz Tauschaer Weg mit den Wehren aus Penig, Rochlitz, Tauscha, Lunzenau, Königshain, Göritzhain, Chursdorf, Burgstädt und Werdau statt. Tagessensation: ein Rettungshubschrauber aus Zwickau landet!
Im November wird bekannt gegeben, dass eine Erhöhung der „Feuerwehrabgaben” von 35 DM / 1992 auf 40 DM / 1993, 45 DM / 1994 auf 50 DM / 1995 festgelegt ist. Die Mittel sollen ausschließlich für die Ausstattung der FFW Penig eingesetzt werden. Es kommt aber wieder zur Abschaffung dieser Steuer, da sie für ungesetzmäßig erklärt wird.
Seit 20.12. ist die FFW in Besitz eines Hebe- und Dichtkissensatzes (zur Lastenhebung bis max. 68 Tonnen), sowie 3 zylindrischen Gummikörpern zum Verschließen von Öffnungen, sog. Auslaufsicherungen. Insgesamt wurde 1992 Technik für 32.000 DM angeschafft, darunter ein Rettungsboot.
1993 gehören 41 Mitglieder der Wehr an, Sollstärke wäre 60. Der erste Einsatz im neuen Jahr führt an einen brennenden Strohfeim nach Niedersteinbach. Kinder hatten dort am 05.01. restliche Silvesterraketen gezündet. Für dieses Jahr wird mit der Alarmierung der Wehrmänner über moderne Alarmfunkmeldeempfänger gerechnet. Das Heulen der Sirenen wird dann der Vergangenheit angehören.
Nach dem Sächsischen Brandschutzgesetz vom 02.07.1991 ist jeder männliche Bürger zwischen 18 und 55 Jahren feuerwehrdienstpflichtig, wenn es die Gesundheit erlaubt. Da die FFW Penig unterbesetzt ist, wird das Vorhaben, einen Zweckverband „Feuerwehr” beizutreten, befürwortet. Diesem Verband sollen die Wehren von Penig, Burgstädt und Lunzenau angehören, der sie zum gegenseitigen Nutzen zusammenführen soll. Der Vorschlag stammte vom Mai 1992. Etwa 50 Prozent der Einsätze liegt bei Verkehrsunfällen auf den Bundesstraßen 95 und 175, die die Stadt tangieren. Für das Feuerwehrdepot würden dringend viele Maßnahmen erforderlich sein, allein, es fehlt am Geld!
1994 beträgt die Wehrstärke 40 aktive Kameraden, 7 Kameradinnen, 8 Alterskameraden und 14 Angehörige der Kinder- und Jugendfeuerwehr.
Am 01.10. bietet die FFW Penig, Mitglied im Landesfeuerwehrverband Sachsen und im Kreisfeuerwehrverband Mittweida, einen „Tag der offenen Tür”. Ein Novum in der 133-jährigen Wehrgeschichte: mit den Kameraden Peter Fischer, Werner Leuthen und Siegfried Graupner stellt die FFW Penig erstmals 3 Kandidaten für die Wahl ins Stadtparlament. Mit 537 Stimmen = 4,5 Prozent zieht man jedoch nicht ein. Durch regelmäßige Vorsorge auf den 4 Deponien des Landkreises Mittweida sind „Schuttbrände” drastisch zurückgegangen. In Penig gibt es diesbezüglich keine Beanstandungen.

V. Abschnitt - b) Das Jahr 1995

Im Jahr 1995 finden 24 Dienste statt. Die Stärke der Wehr beträgt 61 Personen: 35 aktive Kameraden / 6 aktive Kameradinnen / 11 Altersmitglieder / 9 Kameraden der Jugendfeuerwehr. Es kommt zu 78 Einsätzen: 13 mal Brandbekämpfung / 31 technische Hilfeleistungen / 8 Vorkommnisse mit Tieren / 15 Notfälle / 7 sonstige Einsätze / 3 Alarmübungen / 1 Fehlalarm. Die FFW verfügt über 2 Löschfahrzeuge, darunter den 1984 in Betrieb genommene TLF 16 W 50, ein Mehrzweckfahrzeug, sowie 7 Hänger für verschiedene Zwecke.
Während am 23. Februar 1996 vom Inhaber des Peniger Autohauses Büttner, Gerd Ruschke, ein als Rettungsfahrzeug ausgerüsteter Kleintransporter vom Typ Renault „TRAFIC” - finanziert von der hiesigen Stadtverwaltung - an Wehrleiter Jochen Sparschuh übergeben werden konnte, ist die Neuanschaffung eines LF 16/12 IVECO noch Zukunft. Doch dann wird der 16 W 50 sicher in seine verdiente Pension gehen!
Dienst in den Reihen der FFW Penig ist aber 1995 auch die Reinigung des Beckens im Freibad, das Schmücken der Straßen und Häuser unserer Stadt für den 3. „Tag der Sachsen”, und, was keiner voraussehen konnte, Einsatz zur Vermeidung von Hochwasserschäden zu eben diesem Fest, wo der Pegel der Mulde am 02.09. 10 Uhr bei immerhin 3,40 m steht.
Und was wäre wohl unser Peniger Weihnachtsmarkt ohne die Mithilfe der Kameraden der FFW? Aufbau der Weihnachtspyramide und Setzen des Christbaumes gehören längst zur Tradition der Feuerwehr, wie die Gans zum Fest!

Am 14.05.1996 übergibt Bürgermeister Eulenberger im Beisein von Stadträten, den Kameraden der FFW Penig ein neues Einsatzfahrzeug vom Typ IVECO MAGIRUS LF 16/12.

VI. Abschnitt - Fazit und Ausblick

Der geneigte Leser hat in vorliegender Chronik 135 Jahre aus der Geschichte des Peniger Feuerlöschwesens kennen gelernt. Natürlich konnte nicht auf jedes Detail eingegangen werden. Höhen und Tiefen sind so alt wie die Wehr selbst. Vom Kaiserreich zur Weimarer Republik, vom Reich der Nationalsozialisten zur Herrschaft der Kommunisten bis zur heutigen Gesellschaftsordnung, politische Veränderungen haben sich auch immer in die Strukturen der Feuerwehr eingegraben!
Der Rückblick auf 135 Jahre Peniger Feuerwehr hätte seinen Zweck erfüllt, wenn er den Leser vor Augen führt, dass fünf, ja sogar sechs Generationen mutiger Männer und Frauen unserer Stadt immer für Hab und Gut und Leben ihrer Mitbürger hilfreich zu Seite standen, nicht selten dabei das eigene Leben aufs Spiel setzend.
Sind wir deshalb stolz auf die Angehörigen unserer Peniger Freiwilligen Feuerwehr. Feiern wir als Bürger unserer Heimatstadt im September 1996 zum Jubiläum mit unserer FFW einfach mit!
Ja, und der nächste große Geburtstag kommt bestimmt! Sicher wird es dann in 15 Jahren, im Jahre 2011 das 150. Jubiläum sein. Aber, bis dahin wird noch einiges Löschwasser durch die Schläuche fließen, jedoch hoffentlich nicht bei Bränden, von denen unsere Stadt immer verschont bleiben möge. Wie sagte man einst dazu? „Heiliger Florian, stehe uns bei!”

Quellenangabe

  • Kurt Zölsch: „Festschrift zur 100-Jahrfeier der FFW Penig” / 1961
  • Kurt Loth: „Jubiläum 125 Jahre FFW Penig” 1986
  • Archivmaterial Stadtarchiv Penig

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